29. November 2013

„Viel zu wenig Geld für Stadtbäume“

Pressemitteilung

 

„Viel zu wenig Geld für Stadtbäume“

 

Als BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) in Wiesbaden sind wir schockiert über die kürzlich offenbarten gravierenden Defizite bei der städtischen Baumpflege (siehe Bericht in Rhein-Main-Presse vom 19.11.13 mit obigem Titel, S.9). Ursache hierfür ist offenbar die schon seit Jahren unzureichende finanzielle Ausstattung für diesen Bereich.

Der städtische Baumbestand bleibt über kurz oder lang gefährdet. Für die letzten Jahre wurde ein Minus von weit über 2.000 Bäumen ermittelt. Diese addieren sich noch zu den ständigen Baumfällungen auf Privatflächen aus diversen Gründen. Beim Baumschutz sehen wir die Stadt Wiesbaden mit ihrer Vorbildfunktion besonders in der Pflicht.

Eine Landeshauptstadt, die sich anschickt, für einen dreistelligen Millionenbetrag das modernste Kongreßzentrum Europas zu bauen, darf ihre Grünflächen und ihren wertvollen Baumbestand nicht finanziellen „Steinbruch“ degradieren. So beläuft sich der angegebene Ersatzbedarf an Bäumen gerade einmal auf 1 Prozent der geplanten Kosten für die Rhein-Main-Hallen. Solange die Stadt Wiesbaden bspw. für Repräsentationszwecke noch nennenswerte Beträge ausgibt, gibt es keinerlei Rechtfertigung, die Grünflächen und den Baumbestand längerfristig kaputtzusparen.

 

Eine großangelegte „prophylaktische Entfernung“ von Altbaumbeständen im Straßenbild mit Ersatz durch sequentiell auszutauschende „pflegeleichte“ Jungbäume (Stichwort „Alleenumbau“), wie dies aus Kostengründen angedacht wird, ist keine Lösung. Dies ignoriert die größere Angepasstheit und Robustheit der Altbäume ebenso wie deren erheblich höhere ökologische Wertigkeit.

Angesichts steigender Verkehrsbelastungen, verstärkter Bautätigkeiten und Verdichtungen im städtischen Innenbereich, steigender Gesamtemissionen und prognostizierter Hitzeperioden in den Städten erfüllen Stadtbäume und Grünflächen besondere Funktionen für das Klima und das Wohlergehen der Stadtbewohner. Sie sind unverzichtbar für den Erhalt und die Förderung der biologischen Vielfalt. Zudem sind sie ein wichtiges Aushängeschild für die „aufstrebende Kongressstadt“ und ein beliebtes Werbeargument bei der Immobilienvermarktung.

 

Wir ermahnen die Verantwortlichen bei der LH-Stadt Wiesbaden, bei der Grünpflege und dem Baumerhalt nicht hinter die erforderlichen Standards zurückzufallen. Wir fordern die Bereitstellung der notwendigen finanziellen und personellen Mittel für die Fachämter, um den Baumbestand in Wiesbaden qualitativ und quantitativ zu erhalten. Dies beinhaltet auch die konsequente Umsetzung der städtischen Baumschutzsatzung inklusive der entsprechenden Erhebung und Verwendung der Ausgleichsbeträge.

 



Hier finde sie Hinweise zu unseren aktuellen Veranstaltungen und Berichte zu Veranstaltungen.

27. Oktober 2019

Insektenfreundlich und umweltschonend Laub entfernen

Regelmäßig im Herbst bedecken bunte Blätterteppiche den Boden. Und regelmäßig im Herbst verlärmen Laubsauger oder Laubbläser mit Verbrennungsmotor die Umgebung mit bis zu 100 Dezibel, die zudem auch Abgase ausstoßen, die unsere Umwelt verschmutzen.

Doch das muss nicht sein! Thomas Norgall, Naturschutzreferent beim BUND Landesverband Hessen, rät, Rechen und Harke statt Laubsauger oder Laubbläser einzusetzen:

„Laub mit der Hand zu rechen, hat viele Vorteile! Wer Laub zusammenrecht, braucht keinen klima- und gesundheitsschädlichen Treibstoff und lässt die Natur am Leben. Im Vergleich zu motorisierten Laubsaugern und Laubbläsern schonen Rechen zudem unser Gehör und das der Tiere.“ Auch Insekten und Böden profitieren vom ihnen, erklärt Norgall: „Laubsauger erfassen und zerreißen nicht nur Blätter, sondern leider auch Insekten, Würmer und Spinnen. Laub und Geäst, das auf Beeten verbleibt, schützt den Boden vor Kälte und Austrocknung, verrottet zu Humus und schafft über Wochen eine farbenfrohe Blätterdecke. Laubhaufen unter einem Gebüsch bieten dem Igel darüber hinaus eine Überwinterungsmöglichkeit.“

3. Mai 2019

Erde am Limit?

Heute am deutschen Erdüberlastungstag hat Deutschland bereits nach vier Monaten so viele Ressourcen verbraucht wie unserem Land rechnerisch für das ganze Jahr zur Verfügung stehen. Gründe dafür sind unter anderem ein viel zu hoher Energieverbrauch, der steigende CO2-Ausstoß im Verkehr und in der Massentierhaltung sowie die Verunreinigung von Böden, Luft und Grundwasser.

Für den Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ist der frühe deutsche Erdüberlastungstag ein Alarmsignal und ein Zeichen für eine verfehlte Umwelt- und Naturschutzpolitik der letzten Jahre. Es geht auch anders!

Die wunderbare Zumutung, selbst denken zu dürfen.

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