15. August 2010

Mehr Klimaschutz in der EU ist nahezu kostenneutral möglich

Die Klimaschutzziele der weltweit wichtigsten CO2-Emittenten reichen noch nicht aus, um die Erderwärmung auf maximal zwei Grad zu begrenzen. Größere Anstrengungen sind jedoch nicht zwangsläufig mit höheren Kosten verbunden. Eine neue Studie des UBA zeigt: Die Einbußen im Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) bei weltweitem Handel mit Emissionsrechten betragen höchstens 0,25 Prozent im Vergleich zum Referenzwert im Jahr 2020. Reduziert die EU ihre Emissionen einseitig – also ohne irgendwelche Bedingungen an andere Staaten – bis 2020 gegenüber 1990 um 30 Prozent (statt um 20 Prozent), führt dies nur zu einer marginalen Abschwächung des BIP-Wachstums. Die EU will das Reduktionsziel erst dann auf 30 Prozent anheben, wenn auch andere Industriestaaten sich zu ambitionierten Klimaschutzmaßnahmen verpflichten und Schwellenländer angemessene Klimaschutzanstrengungen unternehmen. 

Laut einer Analyse der EU, die Klimaschutzkommissarin Connie Hedegaard Ende Mai vorstellte, wäre eine Erhöhung auf minus 30 Prozent mit verhältnismäßig geringen Mehrkosten verbunden: 81 Milliarden Euro jährlich, das sind 11 Milliarden mehr als 2008 für die 20-prozentige Reduzierung veranschlagt. UBA-Präsident Jochen Flasbarth plädierte für eine ambitionierte Klimapolitik in der EU. Er sagte jüngst der Zeitung „Der Tagesspiegel“: „Die EU-Kommissionsanalyse, dass sich ein ambitionierter Klimaschutz wirtschaftlich lohnt, weil er zur Modernisierung der Ökonomie beiträgt und neue Geschäftsfelder für die Zukunft erschließt, ist richtig. Und damit gibt es auch keinen Grund für die Bindung des Ziels an das Verhalten der anderen.“ Und nur dann, argumentiert Flasbarth, sei es auch ein ehrliches Angebot an die Schwellenländer, das zur Nachahmung anregen könnte. Im September wird das UBA einen detaillierten Schlussbericht über die ökologischen und ökonomischen Wirkungen einer ambitionierten Klimapolitik veröffentlichen.  

Studie „Environmental and economic effects of the Copenhagen pledges and more ambitious emission reduction targets“

 



Im Rahmen des vom Wiesbadener Grünflächenamt initiierten Projekts „Grüner Daumen“ .....

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