Krötenschutz in Auringen

Seit 2005 betreut der BUND Wiesbaden im Auftrag des städtischen Umweltamtes die Amphibienschutzanlage an der Auringer Kläranlage. Wir kontrollieren regelmäßig die Amphibienzäune und -tunnel und zählen die dabei gefundenen Tiere. Vorwiegend sind das Erdkröten, deutlich weniger Grasfrösche und einige Molche. Dabei werden allerdings nicht alle Tiere erfasst, da die nächtliche Wanderung durch die Tunnel nach unseren abendlichen Kontrollen natürlich weitergeht.

Während unsere Helferinnen und Helfer in den Jahren 2005 und 2006 jeweils über 800 Erdkröten gezählt haben, waren es im Jahr 2007 deutlich weniger und im Jahr 2008 nur noch ganze 44. Obwohl das sicher nur ein Teil der in den Auringer Klärteich einwandernden Tiere war, ist doch im Vergleich mit den vergangenen Jahren von einem dramatischen Einbruch der Amphibienpopulation dort auszugehen.

Ein Grund für den Rückgang ist möglicherweise der Zustand des Laichgewässers, der sich in letzten Jahren verschlechtert hat (niedriger Wasserstand im Sommer, Eutrophierung, fehlende Frischwasserzufuhr). Darüberhinaus ist zu prüfen, ob die Amphibien evtl. mit der weltweit auftretenden Pilzerkrankung Chytridiomykose infiziert sind.

Wir werden in der Amphibienwanderzeit 2009 daher vor allem kontrollieren, ob überhaupt noch Erdkröten und Grasfrösche in nennenswerter Menge in den Auringer Klärteich einwandern und wir werden nach toten oder kranken Tieren suchen, um sie auf Chytridiomykose untersuchen zu lassen.

 

Weitere Infos: Julia Beltz

Tel. 06127/4401, julia.beltz@bund-wiesbaden.de

300 Millionen Jahre alt

Schlangen, Eidechsen und Schildkröten werden unter dem Namen Reptilien zusammengefasst. Sie bevölkern schon seit 300 Millionen Jahren die Erde – doch wie lange noch? Manche Arten sind schon fast völlig aus Deutschland verschwunden.


Reptilien sind stark gefährdet: 11 der 14 Arten stehen auf der Roten Liste. Geeignete Lebensräume sind in den letzten Jahrzehnten immer seltener geworden. Besonders fatal wirkt sich die intensive Landwirtschaft aus: Sie ist oft schuld daran, dass Feuchtgebiete entwässert, dass "unproduktive" Magerrasen überdüngt, ganz aus der Nutzung genommen oder aufgeforstet werden. Und wo großflächig Hecken, alte Mauern und Lesesteinhaufen verschwinden, verlieren Reptilien ihre Lebensgrundlage. Auch die fortschreitende Zerschneidung von Lebensräumen ist ein großes Problem.

Grund genug für viele BUND-Gruppen, sich für die heimischen Kriechtiere einzusetzen. Sie schaffen, pflegen und erhalten ihre offenen Lebensräume. Sie informieren mit Vorträgen und Exkursionen über ihre Lebensweise. Und sie schlagen Alarm, wenn Unwissenheit oder Gedankenlosigkeit drohen, lokale Vorkommen von Reptilien zu vernichten.

Auch Sie können etwas für unsere Reptilien tun: Verzichten Sie, wenn Sie einen Garten haben, auf den Einsatz von Chemikalien. Reagieren Sie, wenn von Reptilien besiedelte Hänge und Lichtungen aufgeforstet werden oder eine alte Steinmauer ohne Not abgetragen wird.



Ihr findet ein verletztes Tier oder ein Jungtier und wollt ihm helfen, dann nehmt Kontakt mit der Wildtierrettung Untertaunus auf.

11. Juli 2014

Fledermaus-Hotline

Wer einen Fledermaus-Findling aufliest, kann sich an die Fledermaus Hotline beim NABU Hessen wenden.

Unter Telefon 0157 4153954 werden Ansprechpartner und Experten vermittelt sowie Fragen beantwortet.

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Studie „Wir sind dann mal weg – Die (un-)heimliche Artenerosion. Eine agroindustrielle Landwirtschaft dezimiert unsere Lebensvielfalt“ 

Ein Drittel allerArten sind in ihrem Bestand gefährdet. Zu den zentralen Verursacher gehört die intensive Landwirtschaft. Naturschutzgebiete sind für den Erhalt der Artenvielfalt unabdingbar.

Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) veröffentlicht zum erste mal einen unfssenden Artenschutz-Report zu den in Deutrschland lebenden Tier-, Pflanze,- und Pilzarten.