Nun endlich ist sie erschienen: die neue „Liste der bestandsgefährdeten Brutvogelarten Hessen”. Fertiggestellt wurde sie bereits im Mai 2014. Nur bis zur Drucklegung der Roten Liste einschließlich der darin enthaltenen Analysen hat es nach dem Redaktionsschluss mit ca. 1,5 Jahre viel zu lange gedauert, denn gerade die Rote Liste der Vögel ist eine wichtige fachliche Grundlage für viele Behörden-entscheidungen. Und die im Kapitel „Bilanz” vorgelegte Analyse fällt - leider - wie erwartet
schlecht aus:
Insgesamt hat sich die Bestandssituation der einheimischen Brutvogelarten seit der im Jahr 2006 veröffentlichten Roten Liste in Hessen nicht verbessert. 48,9 % der Brutvogelarten finden sich in einer der Gefährdungskategorien. Weitere 12 stehen in der „Vorwarnliste”. Die stärksten Bestandsrückgänge sind bei den Vogelarten des Offenlandes zu verzeichnen. Der seit Jahrzehnten bestehende Trend wurde nicht einmal durch die Argrarumweltmaßnahmen abgebremst, so dass die heutige Landwirtschaft selbst ehemalige Allerweltsarten wie die Feldlerche in Bedrängnis bringt. Besonders schwer haben es Bodenbrüter und Langstreckenzieher. Die starken Einschläge in die Altholzbestände führen nun auch zu negativen Entwicklungen bei einigen Waldvogelarten.

Der Zaunkönig (Troglodytes troglodytes) ist unter den heimischen Singvögeln einer der kleinsten, gleichzeitig aber einer der lautesten, was seinen Gesang anbelangt. Bis zu 500 Meter weit kann seine Stimme tragen. Wozu braucht ein so kleiner Vogel eine derart laute Stimme? Die Antwort verbirgt sich hinter der Bedeutung, die der Gesang der Singvögel als Reviermarkierung hat. Laute Stimme bedeutet großes Revier. Und das wiederum braucht das Zaunkönig-Männchen, da es in Vielehe lebt und deshalb für das Auskommen mehrerer Familien sorgen muss.

Im Frühjahr fertigt das Männchen meist mehr als ein halbes Dutzend Rohbauten kugelförmiger Nester mit seitlichem Eingang beispielsweise in Wurzeltellern umgestürzter Bäume, in überhängenden Baumwurzeln am Wegrand, in dichten Hecken oder auch in Mauernischen. Der Gesang lockt natürlich auch Weibchen in das Revier. Nach einer Kopulation sucht sich das Weibchen eines der Nester aus und bewerkstelligt den Innenausbau mit Moos, Tierhaaren und kleinen Federn. Die fünf bis acht Eier werden etwa zwei Wochen lang bebrütet, die dann geschlüpften Jungen etwa genauso lange im Nest gefüttert, ehe sie flügge werden. Die Brut übernimmt das Weibchen alleine, beim Füttern der Jungen beteiligt sich das Männchen unregelmäßig; es hat ja auch meist für mehrere Familien Sorge zu tragen.



Nisthilfen für Mauersegler und Fledermäuse

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Vogelschutz im BUND

Keine Tiergruppe genießt mehr Sympathie als die Vögel. So auch im BUND: Für keine Tiergruppe sind wohl mehr BUND-Gruppen im Einsatz.

Wer einen Garten hat, schafft mit einheimischen Gehölzen, Zonen des Wildwuchses und Komposthaufen Nahrung und Nistgelegenheiten. Wo alte Bäume und Gemäuer fehlen, sorgen Nistkästen für Abhilfe. Im Handel gibt es eine Fülle spezieller Modelle, zudem bieten Bücher und das Internet jede Menge Hilfe für den Eigenbau.

Vögel können Glasflächen mit freier Durchsicht, wie sie häufig bei Fenstern, Terrassen, Eingangsbereichen und Wintergärten verwendet werden, nicht als Hindernis erkennen.