BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


31. August 2014

Windpark auf dem Taunuskamm

Im November wird das Stadtparlament entscheiden ob auf dem Taunuskamm im Bereich Hohe Wurzel ein Windpark mit 10 Windrädern entstehen soll. Wenn der Beschluss so erfolgt, ist davon auszugehen, dass die Windkraftgegner ein Bürgerbegehren initiieren. Vor diesem Hintergrund möchten wir als BUND
Wiesbaden noch einmal begründen, warum wir die Planung dieses Windparks für richtig halten und bitten Sie als Mitglieder oder Freunde, sich mit uns für die Energiewende auch vor der eigenen Haustür einzusetzen.

Der globale Klimawandel ist längst Realität – die Unwetter dieses Sommers boten auch hier in Wiesbaden einen Vorgeschmack darauf, was uns nach Prognosen von Klimaforschern künftig noch viel häufiger erwartet. Die
Energiewende muss daher konsequent umgesetzt werden, dazu gehört auch die Nutzung erneuerbarer Energien vor Ort, wo immer das möglich ist.

Die Taunushöhen bieten sehr günstige Windverhältnisse, um mit 10 Windrädern umweltverträglich und klimaneutral den Strombedarf für ca. 20.000 Wiesbadener Haushalte zu decken. Damit macht sich unsere Stadt unabhängiger von den großen Energiekonzernen und anderen Ländern. Die Wiesbadener Klimaschutzziele sind ohne diesen Windpark nicht zu erreichen, außerdem wird er einen wichtigen Beitrag zu den Windkraft-Ausbauzielen des Landes Hessen leisten. Vor diesem Hintergrund halten wir die heftig diskutierten
Auswirkungen auf das Landschaftsbild für nachrangig – von einer Verspargelung des ganzen Taunuskamms durch diese 10 Windräder kann keine Rede sein! Wichtigere Kriterien sind für uns die Eingriffe in den Wald und
mögliche Artenschutzkonflikte. Durch den Windpark würden insgesamt nur etwa 0,3 Prozent der Waldfläche auf dem Taunuskamm beansprucht. Im Bereich Hohe Wurzel gibt es nicht nur wertvolle Buchen- oder Laubmischwälder sondern auch für die Errichtung von Windrädern geeignete Windwurfflächen und Fichtenforste. Die Vereinbarkeit der Windkraftnutzung mit den Schutzzielen des im Randbereich beanspruchten FFH-Gebiets
(Flora-Fauna-Habitat-Schutzgebiet) ist durch Fachgutachten bestätigt, ebenso wurden erste Artenschutzgutachten (z. B. zu Greifvögeln wie dem Rotmilan oder zu Fledermausarten) erstellt – ebenfalls mit dem Ergebnis, dass einem Windpark an dieser Stelle grundsätzlich nichts entgegensteht. Sehr viel genauer werden all diese Aspekte dann noch einmal im Genehmigungsverfahren der Einzelanlagen geprüft.

Wir werden uns daher gemeinsam mit vielen anderen Gruppen und Initiativen weiterhin dafür einsetzen, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien auch hier vor Ort vorangetrieben wird. 

Energiewendedemo am 10. Mai 2014

Das war ein starkes Signal für eine erneuerbare Zukunft am Samstag in Berlin: Mehr als 12.000 Menschen haben zu Wasser und zu Lande für eine dezentrale Energiewende in der Hand der BürgerInnen demonstriert. Gegen Kohle, Fracking und Atom und für Sonne und Wind. Auf diesem Wege von uns
ein herzliches Dankeschön an alle die dort waren , an alle die aus der Ferne an uns gedacht haben und an alle, die die Demo mit einer Spende unterstützt haben!
Gemeinsam müssen wir nun weiter Druck machen: Der Bundestag berät gerade den von der Bundesregierung eingebrachten EEG-Gesetzentwurf. Jetzt entscheidet sich, ob die Energiewende ein Geschenk für Großindustrie und Energiekonzerne wird oder uns voran bringt auf dem Weg zu 100%
erneuerbaren Energien. Wir müssen verhindern, dass der Bundestag den Gesetzentwurf in seiner jetzigen Form beschließt!
Beteiligen Sie sich deshalb an unserer Online-Aktion und schicken Sie eine Protestmail an die Fraktionsvorsitzenden und die energiepolitischen SprecherInnen der Fraktionen!

Das war die Energiewende-Demo: Gemeinsam mit tausenden UnterstützerInnen aus ganz Deutschland haben wir ein starkes Signal für eine Zukunft mit 100% erneuerbarer Energie und ohne Kohle und Atom gesetzt . Die schönsten Bilder aus Berlin haben wir in einer Galerie zusammengestellt – schauen
Sie einmal rein!

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Quelle: http://www.bund-wiesbaden.de/themen_und_projekte/energie/