20. August 2017

Keine signifikante Verbesserung der Luft durch Diesel Software Updates in Wiesbaden

Wie schon mehrfach berichtet, liegen die Stickstoffdioxidkonzentratione<wbr></wbr>n an der Ringkirche und der Schiersteiner Starße im Jahresmittel deutlich über dem Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter.

Die geplanten und zum Teil schon durchgeführten Software-Updates bei deutschen Diesel-PKW der Euro Norm 5 und 6 werden die Stickstoffdioxidkonzentration an den kritischen Messstellen in Wiesbaden nicht signifikant erniedrigen.

Eigene Berechnungen zeigen, dass dadurch die Konzentration dieses giftigen Gases bei optimistischer Betrachtung höchstens um 6% gesenkt wird. Notwendig wäre aber eine Senkung um ca. 30%, um dauerhaft den Jahresmittelgrenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter zu unterschreiten.

Dies zeigt, dass für Wiesbaden ein derartiges Software-Update nicht ausreicht, um die Grenzwerte einzuhalten. Erneut verlagert damit die Automobilindustrie das Problem auf die Diesel PKW Fahrer und läßt diese ohne wirksame Nachbesserungen durch entsprechende teurere Hardware-Lösungen allein. Dadurch bleiben auch für Wiesbaden schließlich nur Diesel Fahrverbote als wirksame Option möglich.

Selbst neue Euro 6 Diesel PKW erfüllen oftmals nicht die geforderten EU Normen von 80 Milligramm Stickoxid pro km. Dieser Wert wird erst mit der Einführung der Euro Norm 6d, welche erst Ende diesen Jahres angeboten wird, eingehalten. Der geplante Neukauf eines Diesel PKWs sollte also möglichst bis dahin verschoben werden. 

Dr. Andreas Weber

0170-6345944

Pressemitteilung

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25. Oktober 2016

Veranstaltung Dicke Luft in Wiesbaden – Stickoxide aus Dieselfahrzeugen

Das Informations- und Diskussionsforum zu Thema Stickoxide aus Dieselfahrzeugen - Situation • Ursachen • Bewertung • Maßnahmen am 23. November 2016 im Roncallihaus war ein voller Erfolg.

Mehr als 100 Interessierte kamen am 23. November 2016 in den großen Saal des Roncalli-Hauses in Wiesbaden. Der BUND Wiesbaden hatte unter dem Motto „Dicke Luft in Wiesbaden – Stickoxide aus Dieselfahrzeugen“ zum Diskussionsforum eingeladen und die große Resonanz belegte die Unzufriedenheit vieler Bürgerinnen und Bürger mit der derzeitigen Situation.

Nicht nur in Wiesbaden, auch in anderen Großstädten werden die bereits seit 20 Jahren geltenden Grenzwerte für das gesundheitsschädliche Stickstoffdioxid (NO2) nicht eingehalten. Der zulässige Jahresmittelwert von 40 Mikrogramm/Kubikmeter wird in Wiesbaden an den Messstationen Ringkirche und Schiersteiner Straße deutlich überschritten und es ist davon auszugehen, dass auch anderen verkehrsreichen Straßen wie etwa am Hauptbahnhof die Belastung viel zu hoch ist.

Die Messstation Schiersteiner Straße schneidet dabei im hessenweiten Vergleich besonders schlecht ab - höhere NO2-Werte werden nur noch an einzelnen Messstationen in Darmstadt und in Limburg gemessen.

Für kurze Impulsvorträge hatte BUND-Organisator Dr. Andreas Weber fachkundige Referentinnen und Referenten eingeladen.

Frau Dr. Angelika Broll vom Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) stellte die derzeitige Situation in Wiesbaden dar. Das HLNUG betreibt die drei stationären Luftmess-Stationen in Wiesbaden. Frau Dr. Marita Mang vom Hessischen Umweltministerium erläuterte die Ursachen der hohen Stickoxidkonzentrationen, sie ist u.a. zuständig für die Erstellung des Luftreinhalteplans Wiesbaden. Schließlich beleuchtete Dr. Jens-Uwe Voss als Berater für Toxikologie, Chemikalienbewertung und Risikoabschätzung die Gesundheitsgefährdung durch Stickoxide, die vor allem bei gesundheitlich vorbelasteten Personen gravierend ist. „Statistisch gesehen“, so Voss, „sterben mehr Menschen durch Luftbelastungen (Stickoxide und Feinstaub) als durch Verkehrsunfälle. 

Bereits zu den Kurzvorträgen nahm Moderator Dirk Vielmeyer viele Fragen und Statements des interessierten Publikums entgegen, bevor es in die eigentliche Diskussionsrunde ging, zu der als vierter Gast Frau Dr. Christiane Döll vom Wiesbadener Umweltamt mit auf die Bühne kam. Sie stellte dar, dass in Wiesbaden das Problem vor allem im direkten Umfeld verkehrsreicher Straßen besteht. 

In der lebhaften Diskussion mit dem Publikum ging es vor allem um mögliche Maßnahmen wie etwa die Förderung des Radverkehrs, die Verteuerung von Diesel-Sprit, Fahrerbote für Dieselfahrzeuge und die Einführung der blauen Plakette für nachweislich schadstoffarme Diesel-PKW. Mehrfach wurde die Forderung nach sofortigen und wirksamen Maßnahmen erhoben.

Vermisst wurde außerdem die Teilnahme von Vertretern aus dem Dezernat Verkehr und dem Hess. Verkehrsministerium. Trotz Anfrage des BUND hat sich aus diesem Bereich leider niemand zu einer Teilnahme bereit erklärt. 

Ohne entsprechende Gesetzesänderungen auf Bundesebene wird es aber in  Wiesbaden mit der anstehenden Fortschreibung des Luftreinhalteplans kaum gelingen, die Stickoxidbelastung im erforderlichen Umfang zu senken. Vorgesehen ist immerhin ein Durchfahrverbot für LKW. Die Einführung der blauen Plakette, die eine Kennzeichnung schadstoffarmer und ein Einfahrverbot für alle anderen Diesel-Fahrzeuge rechtlich ermöglichen würde, wird bisher von der Bundesregierung abgelehnt.

 

Gegen das Land Hessen, zuständig für die Luftreinhaltepläne, wurden wegen der die Nichteinhaltung der Stickoxid-Grenzwerte bereits Klagen eingereicht. Außerdem drohen Strafzahlungen an die EU. Keine Frage – es muss dringend etwas geschehen!

Die Veranstaltung in der Presse.....

 

 



Foto: dapd/Martin Oeser

Veit Wilhelmy setzt sich für eine Verringerung der Stickstoffdioxid-Belastung ein. 

Die vorläufigen Daten zur Luftqualität 2016 zeigen: Insbesondere in den Innenstädten ist die Luft teilweise noch stark belastet.

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Wie wirkt sich die Anordnung von Tempo 30 an innerörtlichen Hauptverkehrsstraßen aus? Darüber bestehen vielerorts Unsicherheiten. Das UBA hat die wichtigsten Erkenntnisse aus Messungen und Untersuchungen in einer Broschüre zusammengetragen. Fazit: Tempo 30 verbessert überwiegend Umweltqualität, Sicherheit und Verkehrsfluss. Anwohnerinnen und Anwohner nehmen die Entlastung wahr.

Vortrag "Stickoxide aus Diesefahrzeugen" im Rahmen des Bürgerforum am 01.07.2017

Stickoxide_aus_Diesefahrzeugen_Buergerforum_01072017.pdf

12. Februar 2017

Pressemitteilung zur Stickoxid Belastung in Wiesbaden.

170210_PE_BUND_WI_Dicke_Luft.pdf

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